Ursachen und Entstehung von Herzfehlern
Wie ein Herzfehler entsteht, ist häufig nicht genau zu beantworten. Im komplexen Entwicklungsprozess des Körpers und seiner Organe kann es zu Unregelmäßigkeiten kommen. Eine Störung während der Zeit, in der sich bei einem Fetus das Herz ausbildet, kann zu einzelnen oder komplexen Fehlbildungen des Herzens führen. Sie können aber auch genetische Ursachen haben und im Rahmen erblich bedingter Erkrankungen auftreten.
Die Entwicklung des Herzens
In den ersten Lebenswochen des Fetus besteht das Herz aus einem Vorhof, einer Herzkammer und einem herznahen Arterienstamm. Erst danach erfolgt die Teilung in zwei Herzbereiche und Kreisläufe durch in die Herzhöhlen einwachsende Scheidewände. Anschließend entwickeln sich die großen Gefäße. Wird diese fetale Herzentwicklung gestört, kann es zu einer Fehlbildung des Herzens oder der großen Gefäße kommen. Sie kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. In etwa 80 % der Fälle treten Herzfehler isoliert auf, ohne weitere Fehlentwicklungen des Körpers. Sie sind in dieser Form nicht genetisch bedingt und haben in der Regel mehrere Auslöser. Dazu gehören z. B.:
- schädigende Einwirkungen der Umwelt
- Infektionskrankheiten (insbesondere Rötelinfektion)
- radioaktive Strahlen
- Arzneimittel (z. B. Antiepileptika)
- fetale Mangelzustände
- Stoffwechselerkrankungen
- Alkohol und Drogenmissbrauch
Erbliche Ursachen
Doch auch genetische Faktoren, also eine Störung der Erbanlage, können einen Herzfehler verursachen. Erkrankungen mit genetischer Ursache, z. B. das Down-Syndrom (Chromosomenanomalie: Trisomie 21) gehen häufig mit Herzfehlern einher. So haben ca. 40 % aller Kinder mit Down-Syndrom einen angeborenen Herzfehler.


