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Unser Baby kommt nach Hause

Ein lang ersehnter Moment ist gekommen

Sie dürfen Ihren kleinen Schatz zu sich nach Hause nehmen. Ihr Baby, Sie als Eltern und die betreuenden Ärzte und Schwestern der Frühgeborenenstation haben in den letzten Tagen und Wochen harte Arbeit geleistet. Es gab Fortschritte und Rückschritte, Tage voller Kummer und Sorge und solche voller Freude und Glück über das kleine Wunder der Natur, welches Sie im Arm halten dürfen. Ihr Baby wurde Tag und Nacht liebevoll versorgt und rundum überwacht. Es hat den Weg ins Leben gefunden und kann nun stabilisiert in allen wichtigen Lebensfunktionen „in die Welt“ entlassen werden. Für Sie als Eltern bedeutet das aber nicht wirklich weniger Arbeit und Sorgen, denn viele neue Fragen und Ängste kommen auf Sie zu, wenn Sie Ihr Kind in den eigenen vier Wänden versorgen werden. Obwohl Sie in den letzten Wochen Experte im Umgang mit Ihrem Kind geworden sind, so ist dies doch alles in der geschützten Umgebung einer Klinik geschehen, eine Schwester war immer in Ihrer Nähe und ein Arzt zum Greifen nahe und jetzt... Sie haben das Gefühl, dass die Nächte endlos lang sind und zu Hause irgendwie alles anders ist? Sie fühlen sich allein und überfordert? Oft stellen Sie sich die Frage, ob Sie das alles „allein“ schaffen werden? Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach! „Ja, denn Sie sind nicht allein!“
Das Klinikpersonal wird auch weiterhin für Ihre Fragen da sein und Sie werden sicher einen Kinderarzt in Ihrer Nähe finden, der sich mit Zeit und Geduld einfühlsam um Ihre Sorgen und Probleme kümmert und Ihr Baby professionell betreuen wird! Auch von den Erfahrungen anderer Eltern Frühgeborener können Sie lernen. Auf unserer Homepage beantworten wir oft gestellte Fragen aus dem Alltag mit dem Baby.


Ist unser Kind wirklich schon reif und groß genug?

Wird die baldige Entlassung in Aussicht gestellt, bekommen viele Eltern Zweifel: Ist unser Kind wirklich schon reif und groß genug? Noch vor Jahren wurde das ganz streng geregelt, bevor ein Kind nicht allein trank und die 2500-Gramm-Marke überschritten hatte, durfte es nicht nach Hause. Heute ist das viel individueller geregelt und nicht mehr Vorschriften bestimmen, wann das Baby nach Hause kommt, sondern einzig und allein Ihr Kind. So sind auch heute bereits Entlassungen weit vor dem errechneten Geburtstermin möglich.

Ihr Kind bestimmt den Zeitpunkt seiner Entlassung. Je nach Persönlichkeit und Temperament des Babys kann das früher oder später sein. Dabei ist kein Baby mit einem anderen vergleichbar. Es gibt kein besser oder schlechter, nur ein früher oder später. Ärzte und Schwestern achten ganz genau auf die Botschaften Ihres Babys und können so den geeigneten Entlassungstermin festlegen. Der freudige Moment ist gekommen, wenn:

  • Ihr Baby keine technische Hilfe beim Atmen mehr benötigt und keine Atempausen mehr hat,
  • die Laborwerte stabil sind und Medikamentengabe über die Vene nicht mehr erforderlich ist oder das Baby die Medikamente allein schlucken kann,
  • ein Wärmebettchen oder Inkubator nicht mehr nötig sind, weil das Baby normal angezogen und mit Mützchen, Söckchen und in eine Decke gekuschelt im Babybettchen oder Kinderwagen allein in der Lage ist, seine Körpertemperatur stabil zu halten,
  • Ihr Baby keine Nahrungssonde mehr benötigt, allein von der Brust oder aus der Flasche trinkt und dabei auch ordentlich zunimmt,
  • eine Geräteüberwachung nicht mehr erforderlich ist, weil alle wichtigen Funktionen (Herztätigkeit und Atmung) des Kindes stabil sind. Nur in Einzelfällen kann es erforderlich sein, eine zumeist zeitweilige Überwachung auch zu Hause fortzusetzen, aber das haben Sie ja bereits in der Klinik beobachtet und gelernt, so dass auch das zu Hause kein Problem für Sie sein wird.

Wenn all diese Punkte erfüllt sind, dann ist Ihr Baby soweit, mit Ihnen in sein zu Hause zu gehen.


Was Sie für ein babyfestes Zuhause brauchen

Vieles, was Sie für ein babyfestes Zuhause brauchen, haben Sie sicher schon bedacht. Falls etwas fehlt, lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen und konzentrieren Sie sich auf das wirklich Wichtige.
Stubenwagen, Wiege oder Bettchen mit mittelharter Matratze, ein Wickelplatz an einem warmen Ort und evtl. einem darüber angebrachten Heizstrahler sowie ein Kinderwagen und ein Autositz gehören zur Grundausstattung für jedes Baby.
Ihr Baby ist weder an einem perfekt ausgestatteten Kinderzimmer noch an toller Markenkleidung oder dem neuesten Kinderwagenmodell interessiert. Instinktiv wissen Sie, was Ihrem Schützling gut tut.

Die letzten Tage, bevor Ihr Baby nach Hause kommt, können Sie nutzen, um

  • einzukaufen und das Gefrierfach mit Essen aufzufüllen, damit Sie die erste Zeit mit Ihrem Baby zu Hause nicht einkaufen gehen müssen,
  • Fläschchen und Sauger zu waschen und zu sterilisieren,
  • evtl. Muttermilch auf Vorrat einzufrieren (besorgen Sie sich eine elektrische Milchpumpe, es gibt bereits sehr praktische Modelle mit einfachem und unkompliziertem Handling),
  • Windeln zu besorgen und die Erstausstattungen fürs Baby zu waschen (gekaufte Babysachen sollten vor dem ersten Tragen immer gewaschen werden),
  • ein paar Babypflegemittel bereitzustellen (Wundschutzcreme),
  • eine Pinnwand mit allen wichtigen Telefonnummern und Terminen aufzuhängen,
  • und vielleicht noch einmal einen ruhigen Abend zu zweit zu verbringen, denn mit der ruhigen Zweisamkeit wird es dann erst einmal für eine Weile vorbei sein, da Ihr Baby Sie sicher voll beanspruchen wird. Sie können die Gelegenheit auch nutzen, um eine gewisse Arbeitsteilung zu besprechen. Es ist für das Kind gut, wenn sich beide Elternteile kümmern und erspart viel unnötigen Stress, wenn jeder weiß, wann er was zu machen hat.

 


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