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Was ist RSV?

Das Virus

RSV ist die Abkürzung für das Respiratory Syncytial Virus. Dieses Virus ist allgegenwärtig und breitet sich leicht aus: ungefähr zwei Drittel aller Säuglinge infizieren sich mit dem RS-Virus im ersten Lebensjahr, und im Alter von zwei Jahren haben sogar etwa 100% der Kinder eine RSV-Infektion durchgemacht 1,2. Normalerweise verursacht das Virus bei Erwachsenen und Kindern leichte, erkältungsähnliche Symptome wie Schnupfen oder geringes Fieber. Frühgeborene Babys oder Kinder mit Lungen- oder Herzproblemen haben jedoch ein hohes Risiko, schwer zu erkranken, wenn sie sich mit dem RS-Virus infizieren. Das liegt daran, dass bei den frühgeborenen Babys die Lungen bei der Geburt noch nicht voll entwickelt sind. Hinzu kommt, dass die sogenannten Antikörper erst im letzten Drittel der Schwangerschaft von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Antikörper sind Eiweiße, die vom Organismus nach Kontakt mit Krankheitserregern gebildet werden und diese unschädlich machen. Wird die Antikörperübertragung durch eine zu frühe Geburt unterbrochen, so besitzen die Kinder nur einen unzureichenden Schutz gegenüber Infektionen durch das RS-Virus oder andere Viren.

Die RSV-Infektion

Während eine RSV-Infektion bei gesunden Kindern häufig harmlos abläuft, kann sie vor allem bei den Risikokindern zu ernsthaften Atemwegserkrankungen führen. Ein Übergreifen der Infektion von den oberen auf die unteren Atemwege kann eine Lungenentzündung oder Bronchiolitis hervorrufen. Die Bronchiolitis ist eine Entzündung der kleinsten Atemwege, die zu den Lungenbläschen, dem Ort des Gasaustausches, führen.
Kommt es so zu einer schweren Infektion, kann eine Behandlung im Krankenhaus, künstliche Beatmung oder sogar intensivmedizinische Betreuung notwendig werden.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es weltweit jährlich 64 Millionen RSV-Infektionen und 160 000 Todesfälle.

Kinder, die früh eine schwere RSV-Infektion erleiden, haben zusätzlich ein hohes Risiko, auch längerfristig unter den Infektionsfolgen zu leiden. Manche Kinder entwickeln Symptome, die einem Asthma sehr ähnlich sind und können dadurch noch jahrelang gesundheitlich beeinträchtigt sein.

RSV-Saison

Zu einer bestimmten Zeit im Jahr, der sogenannten RSV-Saison, ist das Virus besonders aktiv. Das RS-Virus grassiert vor allem in den Herbst-Winter und Frühjahrsmonaten und wird nicht nur über Tröpfchen, sondern auch durch körperlichen Kontakt übertragen. Auch auf Oberflächen wie zum Beispiel Kinderspielzeug kann es stundenlang überleben.


1. Holberg CJ, Wright AI, Martinez FD, et al. Am J Epidemiol. 1991;133:1135-1151.
2. Glezen WP, Taber LH, Frank AL, et al. Am J Dis Child. 1986;140:543-546.

 


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