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Frühstart ins Leben: die Zwillinge Julia und Tobias

Julia und Tobias haben sich trotz einiger Rückschläge nicht unterkriegen lassen und wir glauben fest daran, dass sie ihren Lebensweg meistern werden!

Unsere Zwillinge Julia* und Tobias* wurden am 29. Januar 2009 in der 30. Schwangerschaftswoche, also ganze zehn Wochen zu früh, geboren. Tobias wog bei seiner Geburt 1260 Gramm und war 37 cm groß, Julia war mit 1480 Gramm und 39 cm von Anfang an die Stärkere. Die zwei Kleinen sind unsere ersten Kinder. In der 30. Schwangerschaftswoche war die Geburt nicht mehr aufzuhalten: Tobias steckte schon mit einem Fuß im Geburtskanal und wollte raus. Wir hofften einfach nur, dass alles gut gehen würde. Von Anfang an haben wir ganz fest an unsere Kinder geglaubt und versucht, ihnen damit Kraft zu geben.

Julia und Tobias

Julia und Tobias, 24.4.2009

„Ein Schnupfen stellte sich als schwere Infektion mit dem RS-Virus heraus“

Nach der Geburt mussten beide Kinder im Inkubator liegen und waren bis zu ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus auf der Säuglingsintensivstation untergebracht. Dabei entwickelte sich Julia schneller und sollte am 6. März 2009 entlassen werden. Die Vorfreude war groß und Julia war fit und bereit für ihr Zuhause. Doch am 5. März bekam sie einen Schnupfen, der sich einen Tag später als eine schwere Infektion mit dem RS-Virus herausstellte. Julia wurde isoliert und war plötzlich nicht mehr wiederzuerkennen: Sie lag nur noch ganz still da, musste CPAP-beatmet werden (eine intensivmedizinische Beatmungsform) und wurde erneut über eine Magensonde ernährt. Ein herber Rückschlag! Als es wieder bergauf ging, musste Julia wieder alles neu erlernen, bevor wir sie am 19. März endlich mit nach Hause nehmen konnten. In dieser Zeit hatten wir große Sorgen um unsere Tochter. Wir hatten Angst, dass Julia nun ganz zurückfallen würde. Dabei hatten wir doch so gehofft, dass es mit einem unserer Kinder endlich deutlich bergauf geht. Zum Glück hat Julia heute keine Folgeschäden davongetragen.

Julia, infiziert mit dem RS-Virus und unter CPAP-Beatmung, 7.3.2009

Julia, infiziert mit dem RS-Virus und unter CPAP-Beatmung, 7.3.2009

„Besondere Probleme bereitete Tobias seine Lunge, die bis heute noch nicht kräftig genug ist“

Tobias hingegen brauchte noch etwas mehr Zeit. Besondere Probleme bereitete ihm seine Lunge, die bis heute noch nicht kräftig genug ist. Zweimal musste er CPAP-beatmet werden. Inzwischen ist er zwar zu Hause, aber er benötigt immer noch kontinuierlich 0,1 bis 0,3 Liter Sauerstoff. Die Ärzte sagen, dass sich diese Schwäche, bis er ein Jahr alt ist, verwächst, was wir natürlich sehr hoffen. Leider nimmt er auch schlecht zu. Während Julia schon etwas Grießbrei isst und Milch mit Karottensaft trinkt, ist Tobias Magen dagegen noch sehr empfindlich.

Wegen der Sauerstoffgabe hat Tobias auch zu Hause noch ein Überwachungsgerät. Das ist für uns beruhigend, da es Alarm schlägt, wenn es Tobias schlechter gehen würde. Bei Julia haben wir heute noch Angst vor dem plötzlichen Kindstot, obwohl es keinerlei Gründe zur Besorgnis gibt. Unsere Kinder werden in regelmäßigen Abständen durchgecheckt. Tobias muss öfter zum Arzt, weil er zum Beispiel immer noch sehr verschleimt ist. Als Eltern ist man in solch einer Situation ängstlich und besorgt und geht lieber einmal zu viel zum Arzt als zu wenig. Gerade als die Kinder nach Hause kamen, gab es so viele Fragen. Für uns ist es sehr hilfreich, dass wir uns jederzeit bei der Säuglingsintensivstation und unserem Kinderarzt melden können. Alle haben viel Verständnis.

„Anderen Eltern von Frühgeborenen möchten wir mit auf den Weg geben, dass sie immer an ihre Kinder glauben sollen“

Heute, im Juni 2009, wiegt Tobias 3790 Gramm und ist 53 cm groß, Julia wiegt stolze 4640 Gramm bei einer Größe von 54 cm. Anderen Eltern von Frühgeborenen möchten wir mit auf den Weg geben, dass sie immer an ihre Kinder glauben sollen. Die Kleinen sind zwar sehr zart, aber sie schaffen es. Es gibt auf dem langen Entwicklungsweg Höhen und Tiefen und man braucht als Eltern sehr viel Geduld und Kraft, um diese Zeit durchzustehen. Doch wir glauben daran, dass Tobias es irgendwann schafft, ohne Sauerstoff zu leben – und dafür geben wir ihm alle Zeit, die er braucht!

*Die Namen wurden von AbbVie geändert.

Julia, infiziert mit dem RS-Virus

Julia, infiziert mit dem RS-Virus, 9.3.2009

 


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