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Gesundheitliche Risiken ...

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Nele auf dem Weg ins Leben

„Heute ist Nele* vier Jahre alt, singt jede Menge Lieder und plappert den ganzen Tag.“

Am 30. September 2006 änderte sich unser Leben von einer Minute auf die andere: Zu dem Zeitpunkt war ich in der 28. Schwangerschaftswoche und wusste über meine Schwangerschaftsvergiftung Bescheid. Ich hatte schon am Anfang meiner Schwangerschaft kontinuierlich einen recht hohen Blutdruck, jedoch nie Eiweiß im Urin oder andere Anzeichen für eine Schwangerschaftsvergiftung. Aus diesem Grund wurde ich Ende der 26. Schwangerschaftswoche krank geschrieben und sollte mich in kurzen regelmäßigen Abständen vom Frauenarzt untersuchen lassen und auch daheim mehrfach am Tag Blutdruck messen. Als mein Blutdruck innerhalb einer Woche so hoch wurde, dass es nicht mehr vertretbar war, wurde ich in die Frauenklinik eingewiesen. Bei den dortigen Untersuchungen stellten die Ärzte fest, dass unsere Tochter noch weit unter einem Kilogramm wog und auch sonst noch etwas unterentwickelt war. Daraufhin entschieden die Ärzte, bei mir eine Lungenreifetherapie zu beginnen. Dabei wird die Kindslunge durch Cortison künstlich zum Reifen angeregt. Nachdem sich nach zwei Tagen mein Blutdruck wieder etwas normalisiert hatte, wurde ich nach Hause entlassen und musste nun noch engmaschiger Blutdruckmessungen durchführen.

Neles 2. Lebenstag

Neles 2. Lebenstag

„Im OP hatte ich einfach nur Angst vor dem, was kommt – Sie war doch noch lange nicht fertig!“

Dies ging eine Woche lang gut, dann schoss mein Blutdruck wieder über den kritischen Bereich und auch große Mengen Eiweiß wurden im Urin nachgewiesen. Am 29. September 2006 wurde ich erneut stationär aufgenommen. Von nun an sollte ich ausschließlich liegen, um die Geburt soweit wie möglich herauszuzögern. Aber schon am nächsten Morgen mussten die Ärzte Nele per Notkaiserschnitt auf die Welt holen, da sie immer schwächer und die Schwangerschaftsvergiftung auch für mich immer riskanter wurde. Ich wusste nicht, wie mir geschieht, war völlig überrumpelt. Im OP hatte ich einfach nur Angst vor dem, was kommt – sie war doch noch lange nicht fertig!

Nele wog bei ihrer Geburt 870 g und war 33 cm groß, zu diesem Zeitpunkt wollte keiner der Ärzte irgendwelche Prognosen abgeben. Es hieß, wenn sie die ersten 72 Stunden überlebt, stünden die Chancen nicht schlecht. Nele wurde sofort von den Ärzten der Neonatologischen Intensivstation erstversorgt und auch intubiert. Die ersten drei Tage verliefen gut. Nele wurde am 4. Oktober extubiert und hatte für die nächsten vier Wochen einen CPAP als Atemhilfe. Die Sauerstoffzufuhr wurde immer weiter zurückgenommen und gelegentlich auf Sauerstoffbrille umgestellt. Nachdem Nele zwei Infektionen nacheinander bekam und eine bronchopulmonale Dysplasie diagnostiziert wurde, erhielt sie ab November 2006 eine passive Immunisierung zur Vermeidung von schweren Infektionen mit dem RS-Virus.

Sooooo klein

Sooooo klein

„Täglich wurden uns Übungen zur Förderung und Unterstützung der Motorik gezeigt.“

Glücklicherweise verlief die übrige Entwicklung gut. Der nach der Geburt festgestellte Persistierende Ductus arteriosus verschloss sich spontan noch während unseres Klinikaufenthalts. EEG-, Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen zeigten nie Auffälligkeiten. Nach elf Tagen im Inkubator konnte Nele ins Wärmebett verlegt werden, da sie ihre Körpertemperatur gut allein regulieren konnte. Auch motorisch entwickelte Nele sich prima, noch in der Klinik wurde eine Krankengymnastik begonnen. Täglich wurden uns Übungen zur Förderung und Unterstützung der Motorik gezeigt. Nachdem sich auch die Nahrungsaufnahme normalisiert hatte, wurden wir nach 55 Tagen Intensivstation auf die Pflegestation verlegt. Hier musste Nele noch etwas zulegen und das Trinken lernen. Bisher schaffte sie es nicht, ihre vorgegebenen Trinkmengen selbstständig zu trinken, immer wieder stürzte die Sauerstoffsättigung ab. Als dies nach weiteren 31 Tagen Pflegestation dann auch geklappt hat, und sie der Gewichtsgrenze von 2000 g immer näher kam, konnten wir am 23. Dezember überraschend aus der Klinik entlassen werden. Zur Sicherheit bekamen wir für das erste Lebensjahr einen Überwachungsmonitor mit.

Die erste Zeit zu Hause war schon seltsam. Wir fühlten uns zwar gut vorbereitet, hatten aber Angst vor dem, was kommen könnte. Aber Nele gab uns mit ihrer Entwicklung immer weniger Grund zur Sorge. Bis auf einen Rückfall im Januar und nochmaligem Klinikaufenthalt machte sie sich prima. Die RSV-Prophylaxe übernahm nach Entlassung der Kinderarzt und führte diese bis April fort.

Nachdem wir den Monitor am Ende des ersten Lebensjahres nur noch nachts angeschlossen hatten, mussten wir uns nach dem ersten Geburtstag erst einmal daran gewöhnen, ohne diesen „Schutz“ unserem Kind zu vertrauen und lernen, auch in der Nacht ohne Überwachung schlafen zu können. Aber auch hier half Nele gut mit und machte keine Probleme.

CPAP mit Atemhilfe

CPAP mit Atemhilfe

„Niemals aufgeben und nie den Mut verlieren!“

Heute ist Nele vier Jahre alt und mit einem Gewicht von 12 kg und einer Größe von 94 cm nicht gerade groß und schwer, aber was sind schon Zahlen! Nele geht in einen Regelkindergarten, zum Kinderturnen und zum Schwimmen. Sie ist motorisch sogar manchen Gleichaltrigen voraus. Auch sprachlich gibt es bei Nele keinerlei Auffälligkeiten, sie kann Reime oder Gedichte nachsprechen und singt jede Menge Lieder und plappert den ganzen Tag.

Rückblickend bin ich froh, dass die Ärzte damals so entschieden haben – wer weiß, was noch alles passiert wäre, wenn sie länger gewartet hätten! Und ich bin mir auch sicher, dass Neles gute Entwicklung mit einem starken Herz und einer kräftigen Lunge durch Vermeidung einer RSV-Infektion zusammen hängt.

Allen Frühcheneltern möchten wir nur sagen: Niemals aufgeben und nie den Mut verlieren. Jedes Lächeln der Kleinen macht alle Sorgen und Ängste wieder wett!

*Der Name wurde von Abbott geändert.

Nele mit vier Jahren

Nele mit vier Jahren

 

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