Stillen und Ernährung
Muttermilch ist die beste Nahrung für ein Frühchen. Doch auch wenn es nicht möglich ist, zu stillen oder abzupumpen, gibt es keinen Grund zur Sorge. Moderne Spezialnahrung ist optimal auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt und versorgt es mit allem, was es braucht. Doch auch die Ernährung der Mutter sollte nicht in Vergessenheit geraten, denn beim Stillen besteht ein erhöhter Energiebedarf.
Die richtige Kost für Mutter und Kind
Wenn möglich, sollte jedes Baby von Anfang an Muttermilch bekommen. Frühgeborene, die anfangs nicht gestillt werden können, werden über eine Magensonde mit abgepumpter Muttermilch ernährt. Bis alles richtig klappt, stehen die Hebamme, die Schwestern oder die Stillberaterin mit Rat und Tat zur Seite. Geht es dann nach Hause, wird mit dieser Erfahrung auch dort alles gut funktionieren. Sich über das Stillen zu viele Gedanken zu machen, ist nicht immer nützlich. Wir neigen dazu, durch überzivilisierte Denk- und Handlungsweise natürliche Abläufe kompliziert zu machen, möchten alles steuern, regeln und kontrollieren. Oft ist es hilfreicher, einfach auf seine Intuition zu hören. Bekommt das Kind Flaschennahrung, wird die Klinik Milchpulver, die Anzahl der Mahlzeiten und Trinkmenge empfehlen.
Auch die Mutter muss gut versorgt sein
- Mit dem Stillen hat die Mutter einen höheren Energiebedarf. Das darf nicht vergessen werden, auch wenn der Tagesablauf turbulent ist. Etwa 500 Kalorien macht der Mehrbedarf aus.
- Wichtig ist nicht nur, dass es dem Baby gut geht, auch die Mutter braucht Kraftreserven. Eine „babyschonende“ einseitige Kost ist nicht für jeden das Richtige.
- Eine regelmäßige und ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit allen wichtigen Stoffen. Eiweiß, Kalzium und Vitamine sind besonders wichtig.
- Auch eine ausreichende Trinkmenge gehört zur gesunden Ernährung.
- Grundsätzlich kann die Mutter alles essen – in Maßen. Wird das Kind nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel unruhig, wund oder bekommt es Bauchschmerzen, sollten die entsprechenden Speisen eingeschränkt werden.
- Alkohol und Koffein gehören nicht auf den Speiseplan.
Nimmt das Kind genug zu?
In der Klinik wird das Frühgeborene täglich gewogen. Das ist zu Hause nicht mehr nötig. Die Anzahl der Mahlzeiten, die Trinkmenge und die Gewichtszunahme sind bei jedem Kind verschieden. Das Baby signalisiert, ob alles ausreichend ist und ob es zufrieden ist, oder nicht. Bestehen trotzdem Unsicherheiten, steht der behandelnde Kinderarzt gern helfend zur Seite. Er kann das Kind auch wiegen.
In den ersten Tagen zu Hause meldet sich das Baby vielleicht häufiger zum Stillen als in der Klinik. Das ist normal, denn es muss sich erst an die neue Situation gewöhnen. Auch auf die Mutter kann die neue Situation Auswirkungen haben: manchmal wird die Milchproduktion gehemmt. Häufiges Anlegen regt diese wieder an. Auch die Fortsetzung des „Känguruhens“ wirkt sich positiv auf alle Beteiligten aus.
Wann reicht das Stillen nicht mehr aus?
Wenn es scheint, dass das Baby beim Stillen nicht mehr satt wird, können der Kinderarzt oder die Hebamme beraten, ob zusätzlich Nahrung gegeben werden soll. Im Allgemeinen erfolgt der Nahrungsaufbau wie bei einem termingerecht Geborenen, gerechnet vom erwarteten Geburtstermin. Klappt das Stillen gut, können durchaus sechs Monate bis zur ersten Breikost vergehen.
Es wird empfohlen, mit „klaren“ Gemüsebreien anzufangen, z. B. erst nur Karotten, dann Karotten und Kartoffeln und nach und nach weitere Bestandteile. So zeigt sich schnell, was dem Baby am besten bekommt.


